Ganztagsbetreuung

Die Anzahl der Ganztagsschulen in Baden-Württemberg sollte bis zum Jahr 2014 40% der allgemein bildenden Schulen sein. Momentane Schätzungen gehen sogar von 70% aus. Im ersten Modelljahr waren es 251 Schulen, im zweiten Modelljahr sind es 265 Schulen.

In der Ganztagsbetreuung unterscheidet man zwischen folgenden Formen:

  • Offene Form: An einer offenen Ganztagsschule wird ergänzend zum Unterricht ein Freizeitprogramm angeboten. Hierbei ist es den Schülern und Eltern freigestellt, die vorhandenen Betreuungsangebote anzunehmen. Die Inhalte der Angebote stehen nicht unbedingt in direktem Zusammenhang mit dem Lerngeschehen des schulischen Pflichtbereichs. An den meisten Schulen ist jedoch eine verbindliche Anmeldung für die jeweiligen Angebote für ein Schulhalbjahr notwendig. Organisiert wird das Betreuungsprogramm entweder vom Schulverwaltungsamt, von der Schule selbst oder wird per Generalvertrag an einen anderen Träger abgegeben. Bisher wurden hier hauptsächlich Wohlfahrtsverbände als Gesamtträger eingesetzt, perspektivisch wäre jedoch eine solche Gesamtträgerschaft auch eine gute Chance für Sportorganisationen. Die Trägerschaft beinhaltet die Übernahme der Verantwortung für den Gesamtablauf, Verträge mit Kooperationspartnern, Sicherstellung der Mittagsverpflegung, Verwaltung des Budgets etc.
  • Teilgebundene Form: Bei der teilgebundenen Form der Ganztagsschule ist im Unterschied zum offenen Angebot ein Teil der Schüler verpflichtet, das Ganztagsangebot anzunehmen (z.B. die Klassen 5 und 6).
  • Gebundene Form: Bei der gebundenen Form der Ganztagsschule sind alle Schüler verpflichtet, das Ganztagsangebot wahrzunehmen. Der Unterricht und das Freizeitangebot werden in einem pädagogischen Gesamtkonzept gestaltet. Hierbei besteht auch die Möglichkeit einer flexiblen Tagesrythmisierung. Die einzelnen Unterrichtsblöcke werden von Freizeitangeboten und langen Spielpausen unterbrochen. Auch im Bereich einer gebundenen Ganztagsschule können außerschulische Partner Elemente der Betreuung übernehmen.

Materialien

Bildungsplan Baden-Württemberg (2004): www.bildung-staerkt-menschen.de

Flexible Nachmittagsbetreuung: www.service-bw.de

Ganztagsschule: www.km-bw.de


Broschüre "Ganztagsschulen in Bewegung":  zu beziehen über Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, Referat 52, Postfach 10 34 42, 70029 Stuttgart

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Claus Martin
Referat 52 (Sport und Sportentwicklung)
Königstr. 44
70173 Stuttgart

Tel. 0711-2792638

E-Mail: Claus.Martin@km.kvl.bwl.de

Landesinstitut für Schulsport Baden-Württemberg

Katja Bruns
Reuteallee 40
71634 Ludwigsburg

Tel.: 07141-140644

E-Mail: katja.bruns@lis.kvl.bwl.de

Jugendstiftung Baden-Württemberg

Servicestelle Jugend
Schloßstr. 23
74372 Sersheim

Tel.: 07042-815535

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Kooperation der Sportvereine mit den jeweiligen Schulen und daher auch verschiedene Finanzierungs- und Betreuungsmodelle, wobei die wichtigsten hier kurz erläutert sind.

Betreuungsmodelle

Im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres ist es möglich, in einem Verein mitzuarbeiten und somit auch für den Einsatz an einer Ganztagsschule zur Verfügung zu stehen. Die Freiwilligen erwerben im Laufe ihres Dienstes einen Übungsleiterschein oder sogar eine Trainer- oder Jugendleiterlizenz und sind somit für die Betreuung von Kindern und Jugendlichen in dem jeweiligen Sportangebot qualifiziert. Einsatzstelle für das Freiwillige soziale Jahr kann neben dem Verein auch die Schule sein. Eine weiter Möglichkeit ist, Schülermentoren über das freiwillige soziale Jahr längerfristig an den Verein zu finden.

Das Lehrbeauftragtenprogramm bietet den Schulen die Möglichkeit, qualifizierte Lehrbeauftragte mit ergänzenden Unterrichtsangeboten in das pädagogische Konzept der Schulen einzubeziehen. Dies wird häufig an gebundenen bzw. teilgebundenen Ganztagsschulen genutzt. Hierbei können Lehraufträge im Bereich der freiwilligen Wochenstunden durch die Schulleitungen im Rahmen der verfügbaren Mittel vergeben werden. Bei Ganztagsschulen in offener Form können pro Ganztagsklasse oder -gruppe für Grundschulen vier Lehrerdeputatsstunden, für Real- und Hauptschulen zwei Lehrerdeputatsstunden und für Gymnasien und Förderschulen je eine Lehrerdeputatsstunden zusätzlich beantragt werden.

Das Jugendbegleiter-Modell ist eine Form der Ganztagsbetreuung. Jugendbegleiter sind qualifizierte Ehrenamtliche, die ein Betreuungsangebot an der Schule im Rahmen der Ganztagsbetreuung übernehmen können.

Ziele des Jugendbegleiterprogramms sind:

  • Schaffung ganztägiger Betreuungsangebote
  • Öffnung der Schulen für außerschulische Institutionen und engagierte Bürger/innen
  • Einbezug des Ehrenamtes in den schulischen Lebensraum

Aufgaben der Jugendbegleiter/innen sind:

  • Durchführung eigenständiger Bildungs- und Betreuungsangebote
  • Themen aus: Arbeitswelt, Kirche, Hilfsorganisationen, Kunst/Kultur/Medien, Musik, Natur/Umwelt, Soziales, Sport, Hausaufgabenbetreuung

Die Bezuschussung des Landes für das Jugendbegleitermodell beträgt für Schulen, die vier bis zehn Jugendbegleiterstunden pro Woche anbieten 2.000 € pro Jahr, für Schulen mit elf bis 20 Jugendbegleiterstunden pro Wochen 4.000 € pro Jahr. In vielen Kommunen beteiligtsich die Stadt ebenfalls an der Finanzierung. 

Das Modell der flexiblen Nachmittagsbetreuung wird häufig in der offenen Ganztagsbetreuung gewählt. Der Betreuungsträger (also die Schule, der Schulträger oder ein anderer Träger) erhält für jede wöchentliche Betreuungsstunde, die an Schultagen geleistet wird eine pauschale jährliche Förderung in Höhe von 275 € pro Betreuungsgruppe. Hierbei liegt die Förderobergrenze bei 15 Betreuungsstunden pro Woche und somit bei 4.125 € pro Jahr und Betreuungsgruppe.

Für Gruppen, die im Laufe des Schuljahres eingerichtet werden, erhalten die Betreuungsträger eine anteilige Förderung. Im Bereich der flexiblen Nachmittagsbetreuung ist es zudem möglich, zusätzliche Elternbeiträge zu erheben.

Mit dem Schülermentorenprogramm ist es möglich, Jugendliche selbst in die Betreuung der Angebote an Schulen einzubeziehen. Jugendliche ab 15 Jahren können in ihrem jeweiligen Bereich eine Ausbildung erhalten, die sie für einen Einsatz als Schülermentor in einem Betreuungangebot der Schule qualifiziert. Gerade im Sport engagieren sich viele Jugendliche als Schülermentoren und bieten selbst Angebote an. Weitere Informationen zur Ausbildung finden Sie hier