Präsidiumsbeschlüsse vom 22.10.2020 zur Corona Situation
  23.10.2020 •     Verband


Der Südbadische Handballverband e. V. hat den Auftrag, Handball zu ermöglichen. Alle aktuell gültigen Verordnungen lassen sowohl den Trainingsbetrieb, als auch den Spielbetrieb in allen Sportarten zu. Inwieweit eine neue Corona-Verordnung Sport Änderungen enthalten wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgeschätzt werden.

Aus diesem Grunde sehen wir es als unsere Aufgabe an, denjenigen, die Handball spielen möchten und können, dies auch zu ermöglichen. Zeitgleich eröffnen wir all denjenigen, die es aus nachvollziehbaren Gründen ablehnen Handball zu spielen, ebenfalls die Möglichkeit die Teilnahme am Spielbetrieb auszusetzen. Kein Team wird daraus nachteilige Konsequenzen (z.B. Strafen, Gebühren) zu tragen haben. Wir haben das Vorgehen dazu kommuniziert.

Die Politik hat sich dazu entschlossen, der Covid-19-Pandemie mit lokalen Konzepten zu begegnen. Diese werden selbstverständlich auch wir vollumfänglich unterstützen.

Ein Blick auf das letzte Wochenende zeigt folgendes Bild:

SHV Ebene mit rund 20% abgesetzten/abgesagten Spielen.

Rastatt mit 8% entfallenen Spielen. OG/Schwarzwald mit 24%. Freiburg/Oberrhein mit 5% und Hegau-Bodensee mit 11%. Oder anders ausgedrückt: Zwischen 76 und 95% aller Spiele haben stattgefunden.

Dieses Bild stellt sich im HV Württemberg und anderen Landesverbänden gänzlich anders dar. Deshalb haben andere Landesverbände auch anderen Handlungsdruck und wird hier ggf. schneller entscheiden als der SHV.

Die Saison ist noch lang und wir werden um jedes Spiel froh sein, das wir JETZT spielen. Denn dann wird der Effekt bei einer Unterbrechung immer kleiner (Saisonende im Juli?; Quotientenregel auf breiter Basis!; Quali im Jugendbereich?!). Sofern die Maßnahmen der Landesregierung und die lokalen Konzepte greifen, wird der Spielbetrieb auch in den einzelnen Regionen wieder in den Regelbetrieb kommen können. Ein geregelter und verpflichtender Spielbetrieb, unter den für diese Saison geplanten Voraussetzungen, kann, wie bereits letzte Woche verkündet, immer dann stattfinden, wenn die Fallzahlen der Neuinfizierten an sieben aufeinanderfolgenden Tagen unter 50 (pro 100.000 innerhalb von 7 Tagen) liegen.

Auf der Ebene der einzelnen Spielerin / des einzelnen Spielers: Wer sich krank fühlt, bleibt bitte zu Hause und geht bitte zum Arzt! Wie der Meldeprozess ablaufen soll haben wir ebenso kommuniziert und wir bitten, diesen Prozess inklusive der Dokumentation einzuhalten.

Was machen wir in Leistungssport und Lehre:

Aufgrund der Änderungen im Beherbergungsverbot hat der SHV seine Beschlüsse bezüglich Aus- und Fortbildung sowie Maßnahmen im Jugendleistungssport von letzter Woche wie folgt angepasst:

Teilnehmer zu Lehrgängen an den Sportschulen sind unter den dortigen Bedingungen zulässig. Stützpunkte und Fördergruppen werden analog den DHB-Stützpunkten ausgesetzt. Die Kaderlehrgänge für die SHV-Auswahlen werden unter strengen Hygienevorschriften weitergeführt.

Im Bereich der Lehre: Die begonnenen Ausbildungen werden zu Ende geführt, neue allerdings bis auf Weiteres verschoben. Chris Armbruster hat z.B. die neue Reihe der C-Trainer-Ausbildung bereits verschoben.

Unabhängig von rechtlichen Vorgaben, möchte ich als Präsident des Südbadischen Handballverbandes folgende persönlichen Punkte mit Euch teilen, die das Präsidium ebenso mitträgt:

Verzicht auf Zuschauer!

Mit Return to Competition hat sich der deutsche Handball in den Spielbetrieb zurück gearbeitet.

Lasst uns jetzt nicht – sofern keine behördlichen Vorgaben entgegenstehen – von Stufe 8 auf Stufe 0 oder 1 zurückspringen.

Sondern lasst uns von 8 auf 7 zurückgehen und die Zuschauer außen vor lassen. Das stellt sicher, dass es zu keinem Verstoß gegen die Hygienekonzepte kommen kann.

Der SHV kann dies nicht vorschreiben. Hingegen kann dies jeder Halleneigner und jeder Verein entscheiden. Einige haben dies bereits entschieden.

Es gibt mehrere Dienste, die Video-Streaming ermöglichen. Eine Möglichkeit also Spiele live von zu Hause verfolgen. Auch hier finde ich die Lösungen, die ich bisher ausprobieren konnte, sehr gut, einschließlich der eingebundenen Video-Werbung.

Sicher fehlen den Vereinen damit finanzielle Quellen – hier kann ich auf interessante Crowdfunding-Möglichkeiten hinweisen. Mein Heimatverein hat hier sehr erfolgreich Gelder akquirieren können. Sicher kein Ersatz für das mehrtägige Sportfest, aber der Ertrag liegt bei mehreren Tausend Euro.

Konsequent auf das Spiel fokussieren!

Ich höre, lese und sehe, dass die Spielerinnen und Spieler sich während des Spiels sehr verantwortungsvoll verhalten. DANKE dafür!

Ich höre, lese und sehe – und kann dies sehr wohl aus eigener Erfahrung sehr gut nachvollziehen!!! – aber auch, dass die Einhaltung von Abstands- und Maskengebot nach dem Spiel in der Kabine beim Bier, in den Duschen und beim gemeinsamen Feiern im Club oder der Kneipe, nicht eingehalten wird.

Die Kontaktzeiten in der dritten Halbzeit sind viel länger als auf dem Spielfeld und damit viel gefährlicher für eine Infektion.

Hier stellt sich die Frage: Können wir - um unseren Sport zu schützen - das Bier unter Einhaltung des Abstandsgebots und mit Maske trinken??

Können wir das Duschen zur „Deo-Dusche“ machen und zu Hause duschen?!

Ob die Kneipe oder der Club noch aufhat nach dem Spiel? Das entscheiden nicht die Handballer, sondern die Politik. Vielleicht ist ein zweites Bier zu Hause im kleinen Kreis auch eine Option.

Es liegt an jedem Einzelnen von uns!

Kein Verband kann Infektionen verhindern.

Wir wollen den Handball solange als möglich, unter so hohen Standards wie nötig, aufrechterhalten.

Damit wir das ermöglichen können, brauchen wir jeden!!!

Bleibt gesund!

Im Namen des Präsidiums

Alex Klinkner

Präsident