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Handball Baden-Württemberg holt historisches Double
  06.05.2022 •     Handball BW , Allgemein , Leistungssport , Verein


Beide Mannschaften sichern sich den Deutschland-Cup

Als im Sportpark Goldäcker in Leinfelden-Echterdingen beim Finale um den Deutschland-Cup der Mädchen zwischen der Mannschaft des HV Brandenburg und Handball Baden-Württemberg (HBW) die Schlusssirene heulte war die Freude groß: Handball Baden-Württemberg entschied das Finale mit 22:14 deutlich für sich und sicherte sich damit zum dritten Mal in Folge den Titel.

Bereits zwei Wochen vorher konnte der männliche Bereich im Finale in Berlin gegen Berlin überraschend jubeln und sicherte sich zum ersten Mal den Deutschland-Cup. Während die Jungs souverän mit weißer Weste ins Finale stürmten, begann das Turnier der Mädchen eher holprig. Nach knappen Siegen gegen Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg musste man sich im letzten Gruppenspiel dem Berliner Handballverband geschlagen geben. Nur aufgrund zwei mehr geschossener Tore zog man ins Viertelfinale ein – der HV Berlin zog den Kürzeren und musste trotz zweier Siege den Gang in die Platzierungsrunde antreten. Der Schuss vor den Bug schien hilfreich zu sein – am 2. Turniertag zeigte die Mannschaft ein anderes Gesicht. Deutliche Siege im Viertel- und Halbfinale machten den Weg ins Finale frei. Dort traf man wieder auf den Handballverband Brandenburg – das Ende ist bekannt.

Somit ist es erstmals einem Verband gelungen sowohl den Titel bei den Mädchen als auch bei den Jungs zu gewinnen – ein historischer Erfolg und ein Zeichen, dass der Weg den die Baden-Württemberger eingeschlagen haben der richtige ist.

Beim Länderpokal trat man noch in Landesverbandsstärke an: Baden, Südbaden und Württemberg. Mit der Einführung des Deutschland-Cups schlossen sich die drei Verbände nach der Sichtung des Deutschen Handballbundes zusammen und starteten fortan mit zwei Teams beim Deutschland-Cup: Einem Team 1 und einem Team 2. Das Team 2 besteht vorrangig aus Spielerinnen und Spielern des jüngeren Jahrgangs, die somit erste Erfahrungen sammeln können, ehe sie ein Jahr später als Team 1 mit dem regulären Jahrgang antreten.

„Dieser Weg hat sich bewährt“, sagt Johannes Braun, leitender Landestrainer für den männlichen Bereich bei Handball Baden-Württemberg. „Unsere Spieler aus dem Team 2 können erste Erfahrungen machen und ohne Druck das Turnier spielen. Außerdem werden sie über diesen Weg auch erstmals dem DHB gezeigt – vor der DHB-Sichtung“.

Auch Jochen Beppler, Chef-Bundestrainer Nachwuchs beim Deutschen Handballbund sieht Baden-Württemberg auf dem richtigen Weg. „Mit dem Gewinn der beiden Deutschlandcuptitel im männlichen und weiblichen Bereich haben die Talente aus Baden-Württemberg nicht nur ihre guten Eindrücke der ersten Sichtung bestätigt, sondern auch eine Weiterentwicklung bis zu eben jenem Deutschlandcups 2022 gezeigt. Es ist wichtig, dass die Talente durch die Landesverbände nicht bloß bis zur Sichtung begleitet, sondern vielmehr auch danach bis zum Deutschlandcup in Zusammenarbeit mit ihren Vereinen gezielt weiterentwickelt werden."

Mit dem Deutschland-Cup 2022 wurde auch der Abschied von drei Trainern nochmals vergoldet: Dr. Pavol Streicher, Landestrainer des Badischen Handball-Verbandes und langjähriger Trainer in Baden-Württemberg verabschiedet sich im Sommer in den Wohlverdienten Ruhestand. Ebenso Arnold Manz, der neben seinem Wirken im Südbadischen Handballverband auch auf DHB-Ebene und eben in Baden-Württemberg tätig war. Er konnte als Cheftrainer des weiblichen Team 1 noch einmal einen Titel sammeln. Der dritte im Bunde ist Nico Kiener, der sowohl seine Landestrainertätigkeit im Handballverband Württemberg als auch die Aufgabe als leitender Landestrainer für das weibliche Geschlecht in Handball Baden-Württemberg beendet und sich fortan auf die Bundesligahandballerinnen von Frisch Auf Göppingen konzentrieren wird. Als Nachfolgerin steht die frühere Trainerin der DHB-Juniorinnen Marielle Bohm bereits fest.

Man darf also gespannt sein, wie es in Baden-Württemberg weiter geht. Die Latte hängt nach diesem historischen Double auf jeden Fall hoch. „Wir arbeiten gerade unter Hochdruck an der Neuausrichtung und Neubesetzung der Stellen“, ergänzt Hans Artschwager, Mitglied des Vorstandes von Handball Baden-Württemberg und Präsident des Handballverbandes Württemberg. „Mit Eckard Nothdurft konnten wir die Stelle des Leistungssportdirektors exzellent besetzen.“ Johannes Braun und Marielle Bohm als leitende Landestrainer stehen bereits fest. Nun gilt es auf der Ebene der Landesstützpunkttrainer noch die richtige Wahl zu treffen. „Ich bin überzeugt davon, dass wir auch in Zukunft viele Talente in Baden-Württemberg gemeinsam mit unseren Vereinen entwickeln werden“.

Alexander Klinkner, Präsident des Südbadischen Handballverbandes, sieht dabei auch die große Aufgabe die kleinen Vereine weiterhin in der Entwicklung der Talente zu unterstützen. „Wir leben von unserer Breite.“ Gerade in den kleinen Vereinen werden oft die ersten Weichen gestellt, ehe die Spielerinnen und Spieler dann zu größeren Vereinen wechseln, um sich weiter entwickeln zu können. „Wenn wir nicht dafür sorgen, dass unsere kleineren Vereine weiterhin diese gute Arbeit leisten können, werden wir das sicherlich auch in der Spitze merken“.

Dass das Bundesland Baden-Württemberg nicht gerade zu den kleinsten zählt, macht die Aufgabe nicht leichter. „Unsere Spielerinnen und Spieler müssen teilweise weite Wege auf sich nehmen, um an der Förderung teilnehmen zu können. Auch diesen Punkt wollen wir zukünftig optimieren, so dass sich das Talent vollumfänglich auf die Förderung in Verein und Verband konzentrieren kann, ohne dafür stundenlang im Auto sitzen zu müssen“, verrät Peter Knapp, Vorsitzender des Vorstandes von Handball Baden-Württemberg und Präsident des Badischen Handball-Verbandes. „Gemeinsam mit unseren Vereinen werden wir auch zukünftig die Nachwuchsförderung vorantreiben und Spielerinnen und Spieler für unsere Nationalmannschaften, aber auch für die Vereine in unserem Bundesland entwickeln“, ist er sich sicher.

Die Zukunft des Deutschland-Cups wird im Sommer durch die Präsidenten der Landesverbände besprochen. Der Wunsch der Fortführung in der jetzigen Form besteht sowohl bei den ausrichtenden Verbänden Berlin und Württemberg als auch bei den Teamleitungen der einzelnen Landesverbände.