"Die größte Chance ist definitiv, dass unser Sport genial ist."
  16.07.2021 •     Handball BW , Allgemein , Verein


Interview mit Sarah Klatte - Projektleitung Mitgliederentwicklung in Handball Baden-Württemberg e.V.

Sarah, herzlich willkommen bei uns. Erzähle uns was von dir!
Mein Name ist Sarah Klatte, ich bin 27 Jahre alt und habe gerade mein Masterstudium in Sport Business Management abgeschlossen. Der Handballsport ist schon seit einer Ewigkeit ein großer Bestandteil meines Lebens. Neben meiner aktiven Spieler- und Trainerlaufbahn bin ich in meinem Heimatverein seit einigen Jahren in der Jugendleitung tätig. Das Thema Mitgliederentwicklung ist daher für mich eine Herzensangelegenheit, die mich auch in meiner Freizeit ständig begleitet.

Wie liefen deine ersten Arbeitstage?
Meine ersten Arbeitstage waren bisher geprägt von der Einarbeitung und vom Einlesen in diverse Themen. Daher liegt mein Fokus momentan darauf einen Einblick in die Bereiche zu erhalten. Da veranstaltungstechnisch gerade noch nicht viel passiert, handelt es sich noch um einen reinen Bürojob.

Du sagtest bereits, dass der Handballsport dich schon dein Leben lang begleitet. War das der Grund für deine Bewerbung?
Ja doch, das kann man so sagen. Jedoch haben viele Faktoren zusammengespielt. Ich war zum Zeitpunkt der Stellenausschreibung auf Jobsuche, da mein Arbeitsverhältnis ausgelaufen war. Dass die Stelle bei Handball Baden-Württemberg genau zu diesem Zeitpunkt geschaffen wurde, war natürlich mein großes Glück.

Was sind denn deine Tätigkeiten als Projektleiterin für die Mitgliederentwicklung?
Das ist eine gute Frage! Da diese Stelle neu geschaffen wurde, gibt es keinen festen Fahrplan für die nächsten drei Jahre. Hauptsächlich bin ich jedoch für die Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur Mitgliederentwicklung zuständig. In den drei Landesverbänden wird das Thema Mitgliederentwicklung teilweise unterschiedlich angegangen und umgesetzt. Mein Ziel ist es, eine einheitliche Struktur zu schaffen, in der jeder Verein die Umsetzung der Maßnahmen selbst gestalten kann. Das Ganze geschieht dann im Austausch mit den Landesverbänden bzw. den Bezirken und den Mitarbeitern der anderen Förderregionen, sowie der Koordinationsstelle beim DHB.

Von was für Maßnahmen sprechen wir da?
Hauptsächlich handelt es sich zunächst um bestehende Maßnahmen wie den Grundschulaktionstag oder der Kooperation Schule/Verein. Im kommenden Jahr steht aber beispielsweise das Thema Grundschulliga oder Mini-EMs und –WMs ganz oben auf der Agenda. Auch das Thema Kinderhandballspielleiter/innen soll zeitnah flächendeckend umgesetzt werden. Generell zielen die Maßnahmen aber nicht nur auf Kinder und Jugendliche ab. Auch die Förderung und Gewinnung von ehrenamtlichen Mitarbeitern oder Schiedsrichtern sind Themen meines Arbeitsfeldes.

Nach der Corona bedingten Zwangspause steht das Thema Mitgliederentwicklung bestimmt noch größer im Fokus. Wie hast Du vor damit umzugehen?
Ich denke vor allem nach dieser für alle, insbesondere für uns Sport, schweren Zeit, sollten wir jetzt positiv in die Zukunft schauen. Die durch die Pandemie verpassten Neueintritte in die Vereine müssen in den Vereinen nachgeholt werden. Dafür müssen wir den Handballsport wieder in die Schulen und KiTas bringen. Jedoch sollten dabei nicht die ,,übriggebliebenen‘‘ Handballer vernachlässigt werden. Diese sollten umso mehr an ihren Verein gebunden werden.

Worauf freust du dich am meisten?
Am meisten freue ich mich tatsächlich auf die Menschen mit denen ich zusammenarbeiten darf. Ich war schon immer ein Hallenkind, habe mich schon sehr früh ehrenamtlich engagiert und lebe für den Handballsport. Auf Menschen zu treffen, die die gleiche Leidenschaft teilen, mein Hobby zum Beruf zu machen, das war schon immer mein Traum.

Worin siehst du die größten Schwierigkeiten?
Ich denke die größten Schwierigkeiten stellen die großen Unterschiede zwischen den einzelnen Vereinen in Baden-Württemberg dar. Nicht jeder Verein verfügt über einen FSJler, der vormittags Handballunterricht an den Schulen geben kann. Das Ehrenamt wird immer mehr beansprucht, vor allem in der momentanen Zeit, doch in vielen Vereinen gibt es dafür gar nicht genug Manpower. Es gilt also Konzepte zu entwickeln, die für jeden Verein umsetzbar sind. Dabei geht es natürlich um Kinder und Jugendliche, aber eben auch um Ehrenamtliche, Schiedsrichter und Vereinsverantwortliche. Natürlich muss der Handballsport auch ständig mit andern Sportarten konkurrieren. Besonders der „große Bruder“ Fußball ist ein harter ,,Konkurrent‘‘.

Und worin siehst du die größte Chance?
Die größte Chance ist definitiv, dass unser Sport genial ist. Der Handballsport verkörpert so viele positive Attribute wie Teamfähigkeit, Fairness, Ehrgeiz und vieles mehr.